„Persönlichkeiten stärken“ – mit unserer Reisegruppe beim PATRIA-Pfingstcamp

Liebe Paten, Freunde und Förderer,

 

im Mittelpunkt der diesjährigen Patenreise stand die Teilnahme an dem dreitägigen Jugend-Camp der PATRIA-Jugendhilfe-Organisation. Ziel des PATRIA-Camps war es, ein verantwortungsvolles Miteinander der Jugendlichen zu fördern und mit ihnen über Themen wie Lebenseinstellung, Berufswahl und Suchtprävention zu sprechen. Zehn Gäste aus Deutschland (die meisten langjährige Freunde unseres Litauen-Projektes) begleiteten unsere Vorstandsmitglieder Jurate Bogacz, Ingrid und Otmar Debald auf dieser Reise.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, diesen spannenden Bericht zu lesen und die Fotos anzuschauen.

Mehr als 20 jugendliche Waisen im Alter von 17 bis 23 Jahren trafen sich zusammen mit Sozialpädagogen von PATRIA sowie den 13 Besuchern aus Deutschland im Freilicht-Museum Rumsiskes unweit von Kaunas. Es war das bisher längste Camp von PATRIA dieser Art und das erste, an dem Gäste aus Deutschland teilnahmen. Von PATRIA-Mitarbeitern gründlich vorbereitet, ging es in den Vorträgen und Diskussionen um Themen wie Lebenshilfe, Gesundheitsvorsorge, Suchtprävention, Empfängnisverhütung und Berufsberatung. Die Frage „Wie kann ich denn nun mein Leben als junger Mensch meistern?“ bewegt sehr viele Jugendliche. Meist sind es genau dieselben Fragen, die alle Jugendlichen haben. Nur fehlt diesen jungen Erwachsenen dazu ein vertrauter Ansprechpartner, wie dem jungen Mann Kestas, 18 Jahre alt und sehr aufgeweckt. Otmar Debald berichtet: „Bei einem längeren Spaziergang fragte Kestas mich, wie ich meine Berufsentscheidung getroffen habe. Er sei in vielen Schulfächern talentiert, aber er wisse einfach nicht, welchen Beruf er wählen solle. Ich habe ihm davon erzählt, dass er seine Stärken erkennen und darauf aufbauen muss. Das war ein ganz normales Gespräch, das ich so auch oft mit meinen eigenen Kindern geführt habe. Kestas hat aber keine Eltern oder Verwandten, mit denen er über solche Dinge sprechen kann.“

PATRIA-Leiterin Inga bei der Aufgabenverteilung

Im PATRIA-Camp ging es auch um das verantwortungsvolle „Miteinander“ der Gruppe und Selbstorganisation. Sowohl die Jugendlichen als auch die Besucher hatten konkrete Aufgaben während des Camps. Christina Sperling, die schon im Vorjahr auf der Patenreise dabei war, nutzte ihre Coaching-Erfahrung und hielt für die Jugendlichen einen interaktiven Vortrag mit dem Thema „Lead Yourself!“. Sie schaffte es, mit einfachen Worten und einprägsamen Sätzen die Jugendlichen zu erreichen. Noch lange nach dem Vortrag gab es Diskussionen unter den Jugendlichen, wie sie anhand Christinas Tipps ihr Leben meistern können. Christina Sperling dazu: „Ich habe den Austausch mit den Jugendlichen genossen. Viele haben mich in Einzelgesprächen nochmal um Rat gefragt. Als Coach ist es mir wichtig, dass die Jugendlichen konkrete Handlungsimpulse mitnehmen. Tatsächlich gab es nach dem Camp sogar Facebook-Posts von Jugendlichen mit Zitaten, die offensichtlich aus meinem Vortrag stammten.“

Christina Sperling bei ihrem Coaching-Vortrag „Lead Yourself!“

Die deutschen Paten mit ihren litauischen Patentöchtern im PATRIA-Camp

Auch die langjährige Patin Simone G. war, wie im Vorjahr, wieder bei der Reise dabei. Sie ist Ernährungsberaterin und hielt für die Jugendlichen einen Vortrag zum Thema „gesunde Ernährung“. Da gab es einige Aha-Effekte bei den Teilnehmern, vor allem bei den Themen „Zucker“ und „Alkohol“, aber auch die selben Vorurteile zu Ernährungsformen, die wir alle kennen. Das Thema „fleischlose Ernährung“ wurde besonders intensiv diskutiert…Simone hatte dieses Mal ihre Tochter auf die Patenreise mitgenommen, die im selben Alter ist wie die jugendlichen Camp-Teilnehmer. Simone dazu: „Auch bei meiner Tochter hat die Reise einen tiefen Eindruck hinterlassen. Sie hat viele neue Kontakte geknüpft und die Kommunikation via Facebook läuft nun heiß.“

 

Natürlich kamen auch Sport und Spaß im PATRIA-Camp nicht zu kurz. Es gab ein Live-Konzert einer bekannten litauischen Boy-Group und danach einer Girl-Group, auf einer Bühne mitten im Wald. Am nächsten Abend gab es ein Konzert mit traditioneller litauischer Musik. Alle Teilnehmer, auch die deutschen Gäste, haben zusammen alte litauische Tänze gelernt. Besonders beliebt war bei den Männern der Bärentanz…

Lukas aus dem Kinderdorf Marijampole inmitten der Girl-Group

Gute Stimmung beim Live-Konzert im Wald

Am nächsten Morgen gab es ein richtiges Schminken und Fotoshooting für alle jungen Teilnehmer. Ziel war es, professionelle Bewerbungsfotos zu produzieren. Ein gutes eigenes Foto zu haben, ist aber nicht nur für Bewerbungen wichtig, sondern fördert auch das Selbstvertrauen der jungen Menschen. Kommentare wie „Oh, ich kann ja doch ganz gut aussehen…“ sind für Waisenkinder, die oft an sich selbst zweifeln, ganz wichtig. Nahezu alle Teilnehmer haben ihre Fotos nach dem Fotoshooting auf Facebook gepostet und die meisten nutzen es dort auch als Profilfoto.

Das Bewerbungsfoto von Neringa

Ein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Kosmetikfirma Cosnova, unserem Hauptsponsor, für die Finanzierung des Camps. Für das Fotoshooting wurden die professionelle Visagistin Odeta und die Profi-Fotografin Daiva von Cosnova‘s langjährigem Geschäftspartner in Litauen UAB Kosmetika zur Verfügung gestellt. Zwei Mitarbeiterinnen von Cosnova haben die Reisegruppe sogar begleitet und waren begeistert von der Resonanz der Jugendlichen auf das Camp. Wir möchten uns auch bei der Firma Procter & Gamble bedanken, die für alle Teilnehmer des Camps hochwertige elektrische Zahnbürsten der Marke „oral b“ gespendet hat, die als Geschenk mit einem Hinweis auf die Bedeutung guter Mundhygiene verteilt wurden.

 

So war das Camp ein voller Erfolg und ein rundherum bewegendes Erlebnis für alle Teilnehmer und die Gäste aus Deutschland. Das Zusammensein mit den Jugendlichen war für alle eine große Bereicherung. Die Jugendlichen haben uns vielfach zu verstehen gegeben, dass es für sie etwas ganz Besonderes ist, dass Menschen aus einem anderen Land sich so um sie kümmern.

 

Das PATRIA-Programm hat sich in nur 3 Jahren zu einem ganz wichtigen Baustein der Lebenshilfe für jugendliche Waisen entwickelt. Insgesamt nehmen nun über 40 Jugendliche an dem Programm teil, von denen etwa die Hälfte auch das Camp besucht haben.

 

Nach dem Camp machte unsere Reisegruppe auch einen kurzen Besuch im Kinderdorf in Marijampoles. Die mitgereisten Paten trafen dort ihre litauischen Patenkinder und erlebten bewegende Begegnungen. Auf dem Außengelände in Marijampoles gab es eine kleine Feier im Freien mit allen Kindern, Müttern und Mitarbeitern der Organisation. Ein litauisches Unternehmen hatte dafür eine aufblasbare Hüpfburg mit Rutsche zur Verfügung gestellt…ein großer Spaß für Kinder und Erwachsene. Den Kindern in Marijampoles geht es sehr gut und die Situation ist insgesamt sehr stabil. Die Zahl der Bewohner hat sich wieder leicht reduziert, da die Behörden die Waisenkinder zukünftig in kleineren Familieneinheiten unterbringen wollen. Trotzdem finden weiterhin etwa 60 Kinder in den beiden Kinderdörfern in Marijampole und Kaunas ein liebevolles zu Hause. Ein detaillierter Bericht mit vielen Fotos über unseren Besuch im Kinderdorf Marijampole und über die Sommerferien der Kinder folgt Anfang September 2017.

Auf der Hüpfburg mit Rutsche im Kinderdorf Marijampole

Zum Abschluss der Reise gab es wie immer einen kurzen Besuch im bekannten Wasserschloss Trakai und eine Stadtbesichtigung in Vilnius mit einem abschließenden Abendessen aller Gäste.

Wir möchten uns bei allen Mitreisenden ganz herzlich bedanken. Sie haben wertvolle Freizeit für die Reise zur Verfügung gestellt und die Reisekosten selbst getragen. Noch wichtiger ist, dass alle sich persönlich sehr eingebracht haben. Das hat entscheidend zum Erfolg des PATRIA-Camps beigetragen und verfestigt individuelle Beziehungen mit den Kindern und Jugendlichen. Ganz herzlichen Dank auch an Jurate Bogacz aus dem Vorstand, die die das Camp zusammen mit PATRIA vorbereitet und begleitet hat. Wir werden auch im nächsten Jahr ein Camp mit den Jugendlichen veranstalten und freuen uns jetzt schon auf mitreisende Gäste aus unserem Förderkreis.

Ganz herzliche Grüße im Namen des Vorstandsteams

Ihr Otmar Debald

Kinderdörfer in Litauen e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1 Antwort
  1. Isabella Beck
    Isabella Beck says:

    Toll was Ihr alles auf die Beine stellt und wie Ihr damit die Kinder und jungen Erwachsenen unterstützt. Ich freue mich immer davon zu lesen und dass mein kleiner Beitrag so gut angelegt ist.

    Antworten

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